Warum schnelle Entscheidungen für Reflektoren nicht funktionieren
- Alexander Koch
- 13. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Diese ganze Sache mit dem „28-tägigen Warten auf eine Entscheidung“ ist kein Scherz. Auch wenn es im heutigen schnelllebigen Arbeitsumfeld mit seinen sich ständig ändernden Prioritäten völlig unpassend erscheinen mag, hat die 28-Tage-Regel ihren guten Grund.
Der Mondzyklus wurde den Reflektoren nicht auferlegt, um unsere Handlungsfähigkeit in der Welt einzuschränken. Im Gegenteil.
Ein wenig Hintergrund
Der Mond durchläuft also die Phasen Neumond, erstes Viertel, Vollmond und schliesslich drittes Viertel, bevor der Zyklus von Neuem beginnt. Das kann man ganz einfach nachts am Himmel beobachten. Was man aber mit blossem Auge nicht sehen kann, obwohl man es deutlich spürt, ist die Tatsache, dass der Mond im selben Zeitraum auch jedes einzelne Tor des Human Design-Hexagramms durchläuft.
Das entspricht der Aktivierung von 64 Toren über einen Zeitraum von 28 Tagen, sodass man tatsächlich 2 bis 3 Tore pro Tag erhält.
Jedes Tor hat seine eigenen Eigenschaften. Stell Dir eine Reihe von Lichtschaltern vor, die nacheinander für etwa einen halben Tag eingeschaltet und dann plötzlich ausgeschaltet werden. Sobald ein Tor aktiviert wird, erlebst Du es so, als wäre dieses Tor in Deinem Horoskop definiert – im Guten wie im Schlechten!
Wie sich dies auf die Entscheidungsfindung auswirkt
Wenn Du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, wie zum Beispiel dem Kauf eines neuen Hauses, wirst Du, wenn Du unter Druck gesetzt wirst, wahrscheinlich die Entscheidung auf der Grundlage desjenigen Tores treffen, das in diesem Moment aktiviert ist, und das kann dazu führen, dass Du später am Tag einen grossen Berg an Reue verspürst, wenn der Mond zum nächsten Tor wandert.
Ich weiss, dass es nicht angenehm ist, 28 Tage zu warten, und du wirst von allen Seiten unter Druck gesetzt werden, dich endlich zu entscheiden.

*Tipp: Wer proaktiv Entscheidungen trifft, kann sich viel emotionalen Stress ersparen. Moment - Wenn du über einen Umzug, Urlaub, Jobwechsel, Kinder, eine feste Beziehung oder eine andere grosse Veränderung nachdenkst, starte deinen 28-Tage-Zyklus. Nimm dir jeden Tag etwas Zeit für dich, um darüber nachzudenken oder dich in die jeweilige Situation hineinzuversetzen. Du könntest sogar in die Gegend fahren, die dich interessiert, und dich auf eine Parkbank setzen, um die Umgebung zu beobachten. Das hilft dir, eine Entscheidung zu treffen, und selbst wenn du den Zyklus nicht vollständig durchläufst, wirst du danach deutlich besser dastehen als vorher.
Als Reflektoren dürfen wir nicht davon ausgehen, dass die Gefühle und Stimmungen, die wir erleben, unsere eigenen sind. Wir können die gesamte 28-tägige Welle von Höhen und Tiefen, Hektik und Langeweile durchstehen, bevor wir am Ende eine wirklich eigene abschliessende Perspektive entwickeln. Nur weil unsere Zentren undefiniert sind und wir leicht beeinflussbar sind, heisst das nicht, dass wir keine eigene Persönlichkeit und Struktur haben!
Meine Erfahrung in den vergangenen Jahren hat mir folgendes gezeigt. Mit dem Laufe der Zeit in diesem 28-Tage Zyklus entsteht schrittweise Klarheit in einem Reflektor. Der Zyklus, resp. die Dauer, bis wir zu einer Entscheidung gelangen, kann 28 Tage dauern. Muss aber nicht. Es darf sich auch vorher schon Klarheit zeigen. Reflektoren fühlen es. Diese Klarheit entsteht schrittweise in dir. Es ist schwer zu erklären. Besonder für Menschen, die sich gewohnt sind, für alle Entscheidungen Pro und Kontra Listen zu erstellen und dann abzuwägen auf Basis logischer Kriterien.
Versuch es aus. Höre auf dein Inneres. Finde den Zugang zu deiner Klarheit.
Neben den undefinierten Zentren gibt es viele weitere Aspekte in unserem Horoskop, die zu unserer Persönlichkeit beitragen. Kein Reflektor gleicht dem anderen. Wenn Du dir daher erlaubst, die Möglichkeit eines Umzugs in ein neues Zuhause während des gesamten Mondzyklus zu erleben, bekommst Du ein Gefühl dafür, wie Du dich dabei wirklich fühlst.
Und die anderen Typen?
Wir Reflektoren sind Mondwesen, während die restlichen 99 % Sonnenwesen sind. Gegensätzlicher geht es nicht! Die Sonne bewegt sich etwas langsamer und stetiger durch die Tore – etwa ein Jahr im Vergleich zu den rasanten 28 Tagen des Mondes. Daher spüren Manifestoren, Generatoren, Manifestierende Generatoren und Projektoren die Aktivierung der Tore Woche für Woche. Da mindestens ein Zentrum definiert ist, werden die anderen Typen zudem nicht so stark von ihrer Umgebung beeinflusst wie wir.
Und was passiert, wenn ich nicht 28 Tage warte?
Das Zeichen, das ein Reflektor erlebt, wenn er im Einklang mit sich selbst lebt, heisst „Überraschung“. Doch es ist nicht die Art von Überraschung, die man empfindet, wenn man heimlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen wird. Es ist viel subtiler. Nach einer bewussten und sorgfältig abgewogenen Entscheidung, die basierend auf stetig wachsenser innerer Klarheit entsteht, spürt man vielleicht, wie sich alles fügt. Ein Moment wie im Paradies, in dem alles genau richtig ist.
Auf der anderen Seite steht unser „Nicht-Selbst-Thema“: Enttäuschung. Und die kann ganz schön weh tun. Wenn man eine Entscheidung überstürzt, kann das zu tiefem Bedauern, Schuldgefühlen, Verwirrung oder einer Vielzahl anderer Emotionen führen, die einem förmlich ins Gesicht schreien: „DAS IST NICHT RICHTIG!“
Ich rate Dir nicht, eine überstürzte Entscheidung zu treffen, nur um zu sehen, wie sich Enttäuschung anfühlt. Denk stattdessen an einige wichtige Ereignisse in Deinem Leben zurück und reflektiere Sie, wie Du Dich nach der Entscheidung gefühlt hast.
Was soll ich zum Abendessen essen?
Okay, nein. Nicht alle Entscheidungen erfordern eine 28-tägige Wartezeit, aber nur du selbst weisst, wo du die Grenze ziehen solltest. Alle Human Design-Typen sollten Entscheidungen gemäss ihrer Strategie und Autorität treffen. Da unsere Zentren noch nicht definiert sind, sollen wir Einflüsse, Einladungen, Ideen und Gefühle von anderen als Teil unserer menschlichen Erfahrung wahrnehmen. Also lass dich von deiner Freundin dieses Wochenende in ein anderes Restaurant einladen und dort gemeinsam italienisch essen gehen. Es steht nicht viel auf dem Spiel, und du kannst deine Meinung jederzeit ändern, wenn es dir vor Ort nicht gefällt. Ausserdem entdeckst du vielleicht ein wunderschönes Gemälde im Restaurant, das dich überrascht und begeistert. Es lohnt sich auf jeden Fall!
Alexander (Reflektor 3/5)
Foto von Yumu auf Unsplash




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